Indoor Kletteranlage Waldau, Stuttgart

Neben der bestehenden Freikletteranlage auf dem Stuttgarter Sport- und Freizeitbereich Waldau wurde im Auftrag der Sektionen Schwaben und Stuttgart des Deutschen Alpenvereins (DAV) 2006 eine Indoor Kletteranlage errichtet.

Das Gebäude sollte sowohl den über 30.000 Mitgliedern der Sektionen Schwaben und Stuttgart zur Verfügung stehen, als auch allen Klettersportlern im Mittleren Neckarraum einschließlich Schulsportgruppen. Seitens des Bauherrn wurde mit 35.000 bis 60.000 Eintritten pro Jahr gerechnet. Die obere Marke wurde bereits im ersten Betriebsjahr überschritten. Die Besucherzahl nahm über sechs Jahre immer weiter zu, bis sie sich auf rund 120.000 pro Jahr einpendelte.

 

So wurden bereits 2008 an den Außenwänden des Gebäudes zusätzliche Kletterwände angebracht, um die Attraktivität im Sommer zu erhöhen und die Innenräume etwas zu entlasten. Gleichzeitig begann die Planung für den zweiten Bauabschnitt, der eine dritte Kletterhalle und zusätzliche Umkleide-, Neben- und Technikräume beinhaltete. Die Nutzfläche erhöhte sich somit von 795m² auf 1.280m². Die Kletterwandflächen vergrößerten sich um 850m² auf 1.900m² und boten den Besuchern 310 unterschiedliche Kletterrouten.

 

Um dem gestiegenen Interesse am Bouldern (Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt) Rechnung zu tragen, wurde die zweite Erweiterung als zweigeschossige Boulderhalle mit 400m² Grundfläche konzipiert, die 2015 eingeweiht wurde. Dies erlaubt nun die Verdreifachung der bisher vorhandenen Boulderwandflächen. Das Erdgeschoss wurde dabei in Zusammenarbeit mit den Leistungssportlern gestaltet, sodass hier nun auch die Möglichkeit eines vom restlichen Kletterbetrieb unabhängigen Trainings besteht.

 

Bei der Planung wurde besonderer Wert auf die Einbindung der Anlage in die Umgebung gelegt. So gliedert sich das bis zu 14m hohe Gebäude mit einem Gesamtvolumen von 14.070m³ in vier unterschiedlich hohe Hallen, denen straßenseitig ein 2-geschossiger Funktionsblock mit Sanitärräumen, Umkleiden und Büros vorgelagert ist. Letzterer ist in Stahlbeton ausgeführt, während die Hallen als Holzkonstruktion errichtet wurden.

 

Von oben bis unten verglaste Gebäudeecken und die umlaufenden Oberlichtbänder unter den großen schützenden Dachvorsprüngen sorgen für eine großzügige natürliche Belichtung. Über den Kamineffekt der hohen Räume und zahlreiche Öffnungsflügel wird eine hervorragende Luftqualität geschaffen. Diese natürliche Lüftung wird durch eine Lüftungsanlage für die Nebenräume, Spitzen- und Winterzeiten ergänzt. Ihre Wärmerückgewinnung erfolgt durch Wärmetauscher, erweitert durch eine Wärmepumpe, die weitere Wärme der Abluft entzieht. So erwärmen die Sport treibenden Besucher z.B. ihr eigenes Duschwasser.

 

Der öffentliche Cafeteriabereich liegt zwischen den ersten beiden Hallen auf erhöhtem Niveau und vermittelt den Besuchern so den Eindruck, mitten im Klettergeschehen zu sein.

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